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Die Sankt Barbara-Kirche in Oelsnitz, Windbergstraße 13.

Wegbeschreibung


 


Seit Beginn der Steinkohleförderung und der Industrialisierung in und um Oelsnitz kamen in größerem Umfang katholische Christen in die seit dem 16. Jahrhundert protestantische Region. Diese stammten oft aus Franken, aber auch aus Österreich und Italien.

Bereits im Jahr 1891 fand in Oelsnitz der erste katholische Gottesdienst nach der Reformation statt. Er wurde im Gasthof „Bellevue“ gefeiert.

Die Religionsausübung für Katholiken war damals in Sachsen nur mit Einschränkungen möglich. 1892 genehmigte daher das Kultusministerium des Königreiches Sachsen die „Abhaltung“ von jährlich zwölf Gottesdiensten in Oelsnitz. Der Bau einer Kirche wurde jedoch von der Amtshauptmannschaft Chemnitz aus Sorge um den konfessionellen Frieden abgelehnt. Ein katholischer Kindergarten für 60 Kinder durfte dagegen 1893 in der Kammerrat-Beck-Straße 16 errichtet werden. Zwei Ursulinen aus Erfurt betreuten diesen.

Nach persönlicher Intervention des Sächsischen Königs durfte 1894 schließlich die katholische Kirche auf der Alten Staatsstraße 8 gebaut werden. Als Patrone wurden der Heilige Aloysius und die heilige Märtyrerin Barbara gewählt, die als Schutzpatronin der Bergleute gilt. Der notwendige Bauplatz wurde von Fürst Schönburg-Waldenburg zur Verfügung gestellt. 1908 errichtete die Pfarrei auf dem gleichen Grundstück ein Schulgebäude mit Turnhalle.

Die Pfarrei St. Barbara Oelnsitz erstreckte sich Anfang der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts über weite Teile der Region (u.a. Leukersdorf, Lichtenstein, Lugau, Marienau, Oberlungwitz, Pfaffenhain, Stollberg und Zschocken).

1938 wurde die katholische Schule, aufgrund der von den Nationalsozialisten betriebenen Auflösung konfessioneller Bildungseinrichtungen geschlossen.

 

Bergsenkungsschäden machten 1947 schließlich den Abriss der Kirche notwendig. Auf der Suche nach einem neuen Kirchgebäude entschied man, den ehemaligen Gasthof „Bellevue“ zu erwerben. Im Gasthaus wurden die Pfarrwohnung und Gemeinderäume eingerichtet, der Saal zur heutigen Kirche umgebaut.

 

1990 bis 1993 gaben umfangreiche Sanierungsmaßnahmen der Kirche ihr heutiges Aussehen. Da Oelsnitz inzwischen zur Pfarrei St. Marien Stollberg gehört, konnte 2009 das marode Pfarrhaus abgetragen werden. Der neuerrichtete Eingangsbereich, mit Werktagskapelle, Probenraum für den Kirchenchor und Funktionsräumen wurde im Herbst 2011 eingeweiht.

 


nach: Kirchenchronik - Werden und Entstehen der Katholischen Gemeinde St. Barbara in Oelsnitz (Erzgebirge), Oelsnitz 1993.
Bilder: ebd. S. 8, 34 bzw. privat.