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Unsere Pfarrkirche in Stollberg, Zwickauer Straße 2.

Wegbeschreibung


Die Kirche "Beatae Virginis Mariae" am westlichen Ende der Stadt Stollberg/Erzgeb. ist sehr alt. Ihre Entstehung ist urkundlich nicht gesichert. Ihr Grundriss lässt sich jedoch auf eine romanische Saalraumkirche mit eingezogenem Chor zurückführen, wie sie als Bautyp im 13. Jahrhundert vorkam.

Der Umbau der romanischen Anlage begann mit dem Chor in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts; es folgte die Einwölbung des bis dahin mit einer einfachen Balkendecke versehenen Kirchenraumes als zweischiffige Halle um 1450.

Die Schlusssteine im südlichen Kirchenschiff zeigen die Wappen des Ritters Mathias Schlick von Lazan, Burggraf zu Eger und Ellbogen und seiner Gemahlin Kunigunde von Schwarzenberg, mit deren beider Unterstützung die Gewölbe ausgeführt wurden.

Ein künstlerisches Kleinod der Kirche ist der Flügelaltar aus dem Jahre 1516, gestiftet von Heinrich v. Schönberg und Barbara geb. v. Pflugk. Er stellt Maria mit dem Kinde sowie die 14 Nothelfer dar. Ein Taufstein, bez. 1647 und eine Kanzel runden die spätmittelalterliche bzw. barocke Ausstattung ab.

In nachreformatorischer Zeit wurde die Kirche im wesentlichen als Gottesackerkirche genutzt.
Nach dem Ersten Weltkrieg war sie Gedenkstätte für die Gefallenen der Stadt Stollberg.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie zeitweise durch die neu entstandene katholische Diasporagemeinde genutzt. Die Kirche verfiel aber immer mehr, obwohl zwischenzeitlich, 1980 die bauliche Hülle saniert werden konnte.

Erst mit dem Wiedererwerb durch die Katholische Kirche,
1987 begann die denkmalpflegerische Rekonstruktion des Gotteshauses. Der wesentliche Bauabschnitt begann 1990 mit einem hohen Anteil an Eigenleistung durch die Pfarrgemeinde, aber auch mit großem Engagement durch örtliche Baufirmen.
Am 25. März 1993 wurde die Kirche durch Bischof Joachim Reinelt wieder geweiht. Das Patroziniumsfest
ist das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria (8. Dezember).

(vgl. Tafel im Eingangsbereich der Kirche)

Im Jahre 2013 fanden umfangreiche Baumaßnahmen statt. Nach Schwammbefall musste der historische Dachstuhl saniert und der komplette Kirchturm erneuert werden. Diese Arbeiten gingen mit einer Überarbeitung des Innenraumes und der Außenfassade sowie Maßnahmen zur Trockenlegung einher. Außerdem wurde ein Glockenstuhl in den Turm eingebracht. An der Finanzierung beteiligten sich der Freistaat Sachsen (über das Programm Stadtumbau Ost), die Große Kreisstadt Stollberg, das Bistum Dresden-Meißen, die Pfarrei St. Marien und zahlreiche Spenderinnen und Spender.



 

Marienkirche um 1920


 

Seit Ende August 2012 erstrahlt in der Marienkirche der historischen Taufstein von 1647 in neuem Glanz. Dem Taufstein fehlte bereits vor der Übernahme durch unsere Gemeinde der ursprüngliche Einsatz für das Taufwasser. Eine schlichte Glasschale bildete seither einen funktionellen Ersatz. Zur Würde dieses liturgischen Ortes, an dem das Taufsakrament – das Sakrament des Christwerdens – gespendet wird, paßte diese provisorische Lösung nicht. Das war offensichtlich schon 1993, bei der Neukonsekration der Kirche klar. Schon damals gab es Pläne für einen neuen Einsatz, die aber nicht verwirklicht werden konnten.

Inzwischen wurde für diese handwerklich komplizierte Aufgabe der renommierte Zinngießer und -restaurator Jörg Mann aus Meißen gewonnen. Der von ihm zu verfertigte Einsatz besteht aus einem breiten Ring, der die im Stein vorhandene Aussparung ausfüllt und aus einer herausnehmbaren Schale, die in diesen eingehängt wird und das Taufwasser auffängt.

Bei der Auswahl des Materials wurde Zinn gewählt, da dies ein für das Erzgebirge typisches, früher regional gefördertes Metall ist. Auch wurde es in der Vergangenheit oft für solche Gegenstände gewählt. Dabei war jedoch zu beachten, dass nur Zinn von höchster Reinheit Verwendung findet, um eine Kontamination des Taufwassers mit Blei oder anderen Fremdmetallen zu vermeiden.

Allen Spenderinnen und Spendern, die durch Ihre Gabe diese kostbare Anschaffung unserer Pfarrei bereits unterstützt haben oder noch unterstützen möchten, sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Vergelt’s Gott! Der Zinneinsatz und die Schale haben dem Taufstein seine würdige Gestallt zurückgeben. Möge er der Ort sein, an dem - mit Gottes Hilfe - viele folgende Generationen dieser Gemeinde Anteil am Leben in Christus erhalten.

Der Taufbrunnen mit dem neuen Einsatz